Klassentreffen (?) Sommer 2020

Bericht von Klaus-Peter über die Wanderung vom Birkenkopf zum Diakonissenbunker, mit Abschluss im Sanwald in der Silberburgstraße.

„Wir (Moni, Günther, ich) trafen uns schon vorab an der Bushaltestelle in der Stadtmitte. Frank wäre uns fast vor der Nase weggefahren, und Kurt musste noch ein kleines Konditionstraining einlegen. Bei der Bäckerei Hafendörfer „Chameleon“ [Filiale Schwabenzentrum mit Café Chamäleon. Eberhardstraße 35, 70173 Stuttgart] hatten wir unseren Kaffee „zum Gehen“ im Sitzen, auf den Bänken der Eberhardstraße.
„Weitmanns Waldhaus“ am Birkenkopf hatte kurzfristig wegen einer Veranstaltung geschlossen.
Mit dem Bus 92 ging´s zur Haltestelle „Tennisplatz“ am Birkenkopf.
Von hier aus wanderten wir einen guten Kilometer durch den Wald zum Sophienbrunnen immer in Richtung Hasenbergsteige im Westen. Der Brunnen wurde anlässlich der Hochzeit von Prinzessin Sophie mit Wilhelm III. der Niederlande im Jahr 1839 errichtet.
Bei der Wendeplatte am oberen Ende der Hasenbergsteige geht es rechts in die Hasenberganlage. Dort steht der Hasenbergturm. Er war Stuttgarts erster Aussichtsturm. Heute ist nur noch eine Ruine übrig: Der Turm wurde im Zweiten Weltkrieg durch die SS in die Luft gesprengt, da befürchtet wurde, dass feindliche Bomber ihn als Orientierungspunkt nutzen könnten Es wird immer noch diskutiert, ob hier ein neuer Turm errichtet werden soll. Jedenfalls wird bis zur IBA27 (Internationale Bauausstellung in Stuttgart 2027) der Park, der hier oben beginnt, saniert und in das Grüne U der Stadt Stuttgart integriert. Kurz gesagt das Grüne U soll alle Parks in Stuttgart verbinden und quasi zu einem O werden.Das Grün hier am Hang war vor und nach dem 2. Weltkrieg eine beliebtes Spaziergang-Arial der Stuttgarter. Zu Fuß, oder per Kutsche leicht erreichbar. Linker Hand gab es ein sehr attraktives Ausflugslokal. Bei unserer Wanderung mutete das alles leicht ungepflegt und überwuchert an, aber das soll sich ja ändern, bis 2027!
Im Park selbst befindet sich die wohl größte Freiluftsammlung von Hajek-Skulpturen, der Skulpturenpark Otto Herbert Hajek, und das sich leider in einem Dornröschenschlaf befindende Wohnhaus des verstorbenen Künstlers selbst.Hajek alleine wäre schon mal eine Stadtwanderung wert. Kein Künstler hat das Stadtbild Stuttgarts mehr geprägt als er!
Auf der linken Seite talwärts erreichen wir den Wasserspeicher. Ein wunderbarer Aussichtspunkt!
Der „Hochbehälter Hasenberg“ ist der größte Wasserbehälter in Stuttgart, er fasst rund 25 Millionen Liter (Wie viel Kubikmeter waren das nochmal? 25.000) und versorgt hauptsächlich den Stuttgarter Westen, Kaltental und Heslach mit hauptsächlich Bodenseewasser.
Schließlich erreichten wir die Reinsburg- und die Rotebühlstraße, und knapp an unserer ehemaligen Schule vorbei ging es in die Senefelderstraße. Ich hatte dann noch auf die Senefelderstraße 45 A–C hingewiesen, jetzt ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen im Stuttgarter Westen.
Das in einem Hinterhof befindliche Gebäude, welches zwischen 1846 bis 1850 unter der Leitung des Architekten Theodor von Landauer erbaut wurde und bis 1901 als Zuchthaus („Pönitentiarhaus“) diente, steht ziemlich versteckt, schräg und mächtig, in einem Hinterhof. In den Hinterhöfen des Westens lernten wir auch den Stuttgarter „Bauwich“ kennen.Wir bogen dann in die Lindenspürstraße ab und trafen schließlich in der Silberburgstraße ein. Beim „Hotzenplotz“ gab es endlich die Möglichkeit, sich zu erleichtern und mit einem Bier zu „beschweren“. Hier traf Rudolf auf die Gruppe, und am Bunkereingang in der Forstraße wartete Gabi auf uns. Wir waren fast vollständig.Ausführliche Infos zum 3.100 Quadratmeter großen Diakonissenbunker gibt’s unter www.KU-BU.de. Die Führung dort hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte selten aufmerksamere Besucher. Nach gut 90 Minuten sind wir dann in den Gasthof Sanwald in der Silberburgstraße gewandert, wo uns Ute erwartet hat. Rudolf und Moni haben sich leider kurz zuvor schon wieder verabschiedet. So isch halt no au wieder. Rechtzeitig zur Sportschau waren wir alle wieder zu Hause – eine kleine gelungene WG74-Session, die „gegrooved“ hat. Dank an alle Teilnehmer/innen.“
Klaus-Peter, 12.01.2021

So weit Klaus-Peters Bericht. Man merkt, wie sehr er seine Geschichtskenntnis über Stuttgart mittlerweile vertieft hat. Da wird sich Hermann im August auf der Uracher Alb sicher nicht lumpen lassen … Übrigens, „Bauwich“ heißt in Stuttgarter Hinterhöfen die 2,865 Meter breite Fläche zwischen zwei Nachbarn, der damals ein schwäbisches Gesetz war (nur für alle, die es – wie ich – nicht wussten.)